Mittwoch, 10. August 2016

Neuer Zyklus...

...Neues Glück?
Dachte ich zumindest bis vor 2 Wochen...

Nachdem ich meine Steißbeinfistel "auskuriert" hatte, bekam ich am 13 Juli meine Menstruation.
Soweit so gut.
Also musste ich wieder vom 3. ZT ab, 50 I.E (Einheiten) Gonal F spritzen, und das täglich immer fast um dieselbe Uhrzeit. Am 9. Zyklustag hatte ich dann einen US Termin (21.07)

An dem Termin waren alle Follikel noch klein (10mm)
Beim letzten (abgebrochenen) Zyklus war ein Follikel schon perfekt....
Na gut, meine Ärztin meinte das ich weitere 5 Tage mit 50 I.E. täglich spritzen sollte.
Manchmal merkt sich der Körper was er vorher bekommen hat und lässt sich dann Zeit.

Also habe ich weitere 5 Tage bis zum 26.07 Gonal F gespritzt.

Ich hatte an diesem Tag gar kein Gutes Gefühl was das Wachstum der Follikel betraf.
Als ich auf dem Stuhl für den US lag musste meine Ärztin dies auch mit Bedauern feststellen.
Die Arme tat mir irgendwie leid, sie wusste ja das ich einen Monat habe aussetzen müssen obwohl ich so gerne gleich weiter gemacht hätte, aber sie kann den Follikel nun auch nicht größer machen.

Sie sagte, wir sollten es mit einer höheren Dosis mit Gonal F versuchen und ich sollte mir ab dem Tag bereits 75 I.E spritzen und nach 2 Tagen sollte ich erneut zum US kommen um zu schauen ob die Follikel darauf anspringen.

Am 29.07 kam ich erneut in die Klinik, auch wieder ein schlechtes Bauchgefühl meinerseits.

Ich betrat den Behandlungsraum und hatte wohl nicht so eine tolle Ausstrahlung, was meiner Ärztin natürlich sofort auffiel und sie mich daraufhin ansprach. Ich sagte ihr das ich auch nun kein tolles Bauchgefühl hätte, daraufhin sagte sie nur so "Ach nö, ihr Bauchgefühl hatte bis jetzt immer Recht. Denken Sie doch mal an was tolles"
Sie ist wirklich zuckersüß, ich wollte sie am liebsten knuddeln, da sie versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen und mir meine Laune auf zu heitern.
Naja, ich setzte mich wieder auf den Stuhl und sie untersuchte erst den rechten Eierstock, wo das Größte Follikel gerade mal 11mm war. Danach untersuchte sie meinen "Lieblingseierstock" den rechten.
Der liegt auf der Gebärmutter und da muss sie immer ein bisschen fester drücken, so das sie ihn toll sieht.
Auch hier sah man mehrere Follikel aber nur ein Leitfollikel mit der Größe von 11mm.
Und egal wie sie den Eierstock untersuchte von unten oder auch der Seite, der Follikel wurde leider Gottes nicht größer.

Ach das ist doch zum Kühe melken, dieser Zyklus....

Sie sagte mir das ich erneut 75 I.E. weiter spritzen soll und wieder 2 Tage später kommen sollte.

Aber auch am 1.8. wurden die Follikel nicht größer.
Es hat sich rein gar nichts geändert.

Meine Ärztin meinte, das wir nun eine andere Spritze nehmen würden.
Da müsste ich mir den Inhalt aber selbst mixen, was ja kein Problem ist, da ich ja bereits das Brevactid selbst mixen musste, und die Neue Spritze sollte wohl auch genauso vom mixen her sein.

Sie schrieb mir 5 x Menogin 75 I.E. auf.
Zur Erklärung meinte sie nur das die Spritze das Hormon LH enthält und diese Hormon eventuell den Kick für die Follikel gibt.

Ich sollte dann am 2.08 mit Menogon beginnen.
Sie gab mir das Rezept und einen neuen Termin für den 6.08

Dann ging ich eigentlich happy aus der Klinik raus, da mein Körper ja was neues bekommt und womöglich gut darauf anspringt.
Also bin ich zu meiner Apotheke und habe mir diese Spritzen bestellt und liefern lassen.

Am nächsten Tag habe ich mich erst einmal vertraut gemacht mir dem ganzen Zeug.
Spritzen sind bereits dabei gewesen, man musste also gar nichts mehr extra besorgen. Dann habe ich zuerst die Flüssigkeit mit der großen Nadel aufgezogen, und dann die Flüssigkeit zum Pulver gegeben, auch dies erneut mit derselben Nadel aufgezogen, dann die kleine Nadel aufgesetzt und mich damit gespritzt.
Ging echt supi, bin ja schon geübt im spritzen (fühle mich manchmal wie so ein Junkie xD)

So, dann war mein Termin am 6.08 (Samstags)

Da war es voll leer in der Klinik, und eigentlich sollte man Samstags auch nicht zum US kommen, da aber meine Ärztin Dienst hatte war das alles gar kein Problem.

Ich muss nun hinzufügen, das ich seid ich mir Menogon gespritzt habe so ein leichten ziehen in meinem Lieblingseierstock (links) gespürt habe, was ja eigentlich kein schlechtes Zeichen ist.

Beim Ultraschall sah man aber nur eine ganz kleine Veränderung.
Links war der Follikel knappe 12mm groß und links ein klein wenig kleiner.
Also immer noch nix wunderbares.

Meine Ärztin fängt ja mit der Dosis immer recht klein an, so wie es sich gehört.
Nun sagte sie ich soll wie folgt dosieren:

06.08: 175 I.E. (2 x Pulver, 1x Flüssigkeit)
07.08: 50 I.E.
08.08: 175 I.E.
09.08: 50 I.E.

Das habe ich dann auch gemacht.

Heute war dann wieder US.

In meinem Lieblingseierstock hat es die ganze Zeit gezogen, dennoch hatte ich wieder kein Gutes Gefühl und ich glaub die Hoffnung ist auch in den Last Minute Urlaub geflogen.

Ich betrat das Behandlungszimmer und meine Ärztin begrüßte mich wieder ganz herzlich (wenn ich könnte würde ich wollen das sie die einzige Ärztin ist die ich habe also Hausarzt, Zahnarzt etc.)
Das erste was ich Sie gefragt habe ist, ob man nicht irgendwann mal die Eilieterdurchgängigkeit prüfen sollte.
Daraufhin gab sie mir folgende Antwort "Wenn nach 3 Inseminationen noch kein Erfolg sichtbar wurde, dann macht man meist ambulant eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung oder eine IVF/ICSI"
Also das heißt wir warten nun erst noch unsere 3 Insemination ab und dann schauen wir was weiter passieren soll.

Ich wollt heute gar nicht freiwillig auf den Stuhl, da ich auch wieder kein mega positives Gefühl hatte.
Aber was sein muss, das muss sein :-)

Also schauten wir wieder.
Im rechten Eierstock waren mittlerweile 3 ungefähr gleich große Follikel mit einer Größe von 12-13mm herangewachsen.
Juhu endlich ein klitze kleiner Lichtblick.
Trotzdem müsste ich noch min. 3 Wochen weiter so spritzen bis sie groß genug sind.
Also sagte meine Ärztin, das wir nun auf 2 Ampullen täglich (150 I.E.) Menogon hoch gehen.
Allerdings wollte sie mir nochmal Blut abnehmen um ausschließen zu können das bereits schone in Eisprung (ES) war und wir ihn verpasst haben.
Also änderte sie meinen Behandlungsplan dementsprechend auf die besprochene Einheit.

Einen Termin hatten wir noch nicht ausgemacht, da sie erst die Blutergebnisse abwarten wollte um dann dementsprechend einen Termin zu machen.
Auf das Telefonat muss ich noch warten.
Bin schon ganz gespannt :-)

Meine Ärztin verschrieb mir erneut ein Rezept bezüglich der Monogon Spritzen.

Nach der Blutabgabe ging ich zur Apotheke und bestellte mir wieder mein Monogon...

Ich habe diesen Zyklus schon einige Medikamente benötigt.
In meinem nächsten Post werde ich mal auflisten was ich bisher so nehmen musste und wie die Kosten der Medikamente waren.


P.S. Ich versuche hier mal ein Bild von meinem Behandlungsplan einzustellen, das ihr mal seht wie so was aussieht :-)




Dienstag, 9. August 2016

Gefühlschaos

In der Kinderwunschzeit habe ich schon sehr viele Sachen erlebt und auch die Meinungen anderer Leute erfahren was mich wirklich verwundert hat...

Ich muss euch das nun mal mitteilen.

Vielleicht geht es dem ein oder anderen genauso

1.
Ich kann nicht einfach so schwanger werden, da ich Probleme mit meinem Zyklus habe, mal kommt er mal kommt er nicht, es ist ein ewiges Roulette-Spiel.
Ich habe diese Zyklusprobleme erst seit Absetzten der Pille.
Wenn man seine Menstruation nicht hat kann man auch keinen Eisprung haben.
Das verletzt einen Menschen sehr.
Wie fühlt man sich da als Frau wenn man weiß man ist nicht perfekt?
Der Körper ist nicht perfekt?
Ich war sehr niedergeschmettert und habe mir deswegen Hilfe von meinem Frauenarzt geholt.
So richtig geholfen hat es leider nichts.
Erst in der Kinderwunschklinik konnte mir richtig geholfen werden, denn da ist man auf meinen Körper und auf meinen Wunsch eingegangen.

2.
Die Schwimmerchen meines Mannes sind nicht so Dolle.
Nicht nur mein Körper spinnt sondern auch die Soldaten meines Mannes können nur zu 50% kämpfen.
Es wird also doppelt so schwer für uns überhaupt ein Kind auf natürliche Weise zu bekommen.
Als wir diese Diagnose bekommen haben, war ich traurig und wütend zugleich.
Es gibt so viele Minderjährige die einfach (Sorry) zu dumm sind um zu verhüten und die keine Kinder wollen.
Dann gibt es aber noch die, die sich von Herzen Kinder wünschen es aber nicht so einfach klappt.
Die Welt ist einfach zu ungerecht.
Manchmal wenn ich Frauen mit Babybauch sehe dann beneide ich sie richtig.
Es gibt aber auch Tage da bin ich wütend, da ich noch keinen Babybauch habe obwohl ich es so sehr möchte und ich soviel dafür tue...

3. Das Tabu Thema Kinderwunsch bzw. künstliche Befruchtung.
Wenn man ein Kind mit allen Mitteln will, was ist schlecht daran oder "weniger wert", nur weil der Zeugungsakt in der Petrischale stattfindet oder es durch Hilfe passiert?
Hallo? Wir leben im 21. Jahrhundert.
Es gibt einen Grund warum es die Reproduktionsmedizin gibt.
Ich weiß wie das ist wenn man es nur bestimmten Leuten erzählt, das man in ein Kinderwunschzentrum geht da es von alleine nicht klappen will.
Vor allem verstehe ich auch jede  Frau die es nicht groß rumposaunt, gerade wegen dem Arbeitgeber.
Wenn man heutzutage sagt "Ja, ich denke ich möchte auch bald mal Kinder haben" dann wird sofort nach einem Ersatz für einen gesucht.
Man fühlt sich wie ein defektes Teil das schnellstmöglich Ersetzt werden muss, obwohl es noch nicht ganz kaputt ist.
Ich bin der Meinung, dass es mehr Verständnis für das Thema "unerfüllter Kinderwunsch und künstliche Befruchtung" braucht. Vor allem mehr Toleranz.
Wenn man offen darüber spricht wird man ja nur schräg von der Seite angesehen.

4. Die Meinungen und Äußerungen von anderen nerven mich richtig.
Sie nerven mich nicht nur sondern sie machen mich wütend.
Ich habe von meinem Kinderwunsch nur ganz gewissen Personen erzählt und ich wusste auch warum...
Gerade das ich mir keine blöden Kommentare anhören muss.
Ich würde nie, und habe auch noch nie jemanden gefragt wann es denn soweit mit den Kindern sei, man weiß nie, was die Frau mit der man spricht, gerade durchmacht. Wie sehr sie sich vielleicht ein Kind wünscht und es klappt nicht.
Die wievielte Kinderwunschbehandlung sie gerade vielleicht macht.
Zu mir wurde schon gesagt "Ich versteh gar nicht warum du das machst, warum du deinen Körper das alles antust"
Ich sage, Leute die bereits Kinder haben und nie Probleme mit dem Schwanger werden hatten können darüber gar nicht urteilen! Sie dürften nicht einmal überhaupt etwas zu diesem Thema sagen!
Sie haben keine Ahnung wie sehr das ein Leben bestimmen kann und welche Trauer man durchlebt bei allen ergebnislosen Versuchen.
Sie wissen nicht das jeder dicke Bauch in der Umgebung einem ins Herz sticht.
Am Besten sie die Aussagen "Du musst dich einfach mal entspannen oder einen Kurzurlaub machen" das sind wohl die unsensibelsten Sprüche die ich je gehört habe.
Natürlich füttert man den Körper mit Hormonen, was man aber nicht vergessen darf, ist dass das Hormone sind die der Körper ohnehin hätte! Der eine hat halt weniger der andere nicht...


Ich denke einige von euch können mir bei diesem Thema zustimmen.
Aber trotz all den Kommentaren würde ich mich niemals unterkriegen lassen.
Ich denke jeder Mensch weiß selbst wann der Körper Stop sagt und nicht mehr kann.

Lasst euch niemals unterkriegen, weder Heute noch Morgen

Geplante 3. Insemination Juli 2016

Wieder ein mal ein neuer Zyklus mit vielen Hoffnungen.
Da beim letzten Zyklus das Wachstum der Follikel mit Clomifen recht langwierig war empfahl meine Ärztin nun eine Insemination mit Stimulation zu machen.

Das heißt der Körper bekommt (meist ab ZT 3) Hormone gespritzt.
Manche Spritzen beinhalten nur FSH (Follikel stimulierendes Hormon), manche FSH und LH (Luteinisierendes Hormon)

Also bekam ich einen neuen Behandlungsplan den ich bei meiner Krankenkasse abgeben musste.

Von der Insemination mit Stimulation habe ich 3 Behandlungen genehmigt bekommen.

Ich bekam ein Rezept für die Spritze (Gonal F)

Diese sieht ungefähr aus wie die Spritze von Diabetes Erkrankten.
Man kann dort mittels Drehen die Einheiten einstellen.
Man kann die Spritze in verschiedenen Größen kaufen.
Mit 350 I.E , 450 I.E , und 900 I.E.

Ich bekam ein Rezept für 450 I.E. (Einheiten)

Laut meiner Ärztin sollte ich von ZT 3 bis zu unserem US-Termin 50 I.E. täglich ungefähr um die gleiche Uhrzeit spritzen.

Der US war an ZT  9

Wir haben Folli-TV gemacht und meine Follikel sahen gut aus.
Es gab einen der bereits 18 mm war.
Laut der Berechnung meiner Ärztin müsste er 3 Tage später eine schöne Größe zum Auslösen des Eisprungs haben.
Somit musste ich am Sonntag zwischen 20 und 21 Uhr meinen ES auslösen und Montags hatten wir um 12 Uhr die Insemination.

Ich muss sagen, als ich den Termin zum US hatte, hatte ich Schmerzen in meinem Steißbein.
Ich konnte fast nicht mehr sitzen.
Laut meinem Hausarzt und einem Orthopäden wäre es eine Steißbeinknochenhautentzündung
Aber was tut man nicht alles für seinen Wunsch.

Sonntags nach dem Auslösen des Eisprungs konnte ich wirklich gar nichts mehr machen. Sitzen tat weh, liegen tat weh...alles tat weh.

Es ging so weit das mein Mann mich zum Notarzt brachte und er sagte das sei eine Steißbeinfistel oO
Ich wurde dann im Krankenhaus aufgeschnitten sodass das Eiter aus der Wunde laufen kann...

Naja, die geplante Insemination lag auf einmal in weiter Ferne.

Ich sagte mir ich warte wie es Montag morgens aussieht, aber leider hatte sich da rein gar nichts gebessert.
Schmerzen ohne Ende.

Also musste ich schweren Herzens die Insemination absagen und den Zyklus einfach so laufen lassen.

Natürlich ist es ärgerlich.
Man hat sich gespritzt, täglich Hormonen ausgesetzt und hat sich Zeit genommen um in die Klinik zu fahren.
Aber der Mensch ist nun mal kein Roboter und wird auch mal krank....

Naja, alle Guten Dinge sind Drei...
Es muss doch endlich mal alles gut gehen...

Vergesst eure Partner nicht

Ich weiß, es ist eine schwierige Zeit, der Kinderwunsch und das meiste findet auch im Körper der Frau statt aber dennoch leisten die Männer auch einiges und zwar seelischen Beistand.

Bitte, bitte seht das nicht selbstverständlich.

Man macht diese gewisse Zeit gemeinsam durch.
Man geht durch Höhen und tiefen, dick und dünn.
Man fällt aber fängt sich gegenseitig wieder auf.

In der Kinderwunsch Zeit muss es manchmal Geschlechtsverkehr nach Plan geben, oder die Männer müssen auf Kommando das Becherchen befüllen.
Das ist auch klar, ein Kind entsteht nicht von alleine :-)

Aber genießt die Zeit, auch wenn sie manchmal wirklich stressig ist.
Liebt euch, gebt euch Kraft, verreist und vergesst nicht zu Leben.

Ich muss hier mal ALLE Männer loben, die mit ihrer Frau so etwas durchmachen.

DANKE! DANKE! DANKE! DANKE!

Ihr seid wirklich stark!

(Auch wenn ich bezweifle dass das überhaupt mal ein Mann liest musste das mal geschrieben werden)

2 Hibbelzeit

Bevor wir mit dem Kinderwunschbehandlungen angefangen haben, sagte ich mir das es die ersten 3 male nicht klappen, nur um mich nicht selbst zu enttäuschen.
Trotzdem hofft man insgeheim das es dieses mal wahr wird.
 
Bei dieser Insemination war ich nicht so aufgebläht wie bei der ersten.
Und nach der ersten IUI nahm ich mir vor nicht so viel auf meinen Körper zu hören, da mich das Famenita ja Geister hat spüren lassen.
 
2 Tage nach der IUI nahm ich für 12 Tage wieder täglich 1 Weichkapsel Famenita vaginal ein.
 
Ich muss auch wirklich sagen das nach der Insemination auch nicht solche Zeichen wie beim ersten mal aufgetreten sind.
Es war alles viel entspannter.
 
Habe mir trotzdem einige Videos zur Schwangerschaft angesehen und auch viel gelesen und fleißig in meiner Kinderwunsch-Community geschrieben.
Man kann nicht ganz abschalten, auch wenn man es unbedingt möchte.

Als der Tag X zum testen kam ging ich wieder zu meinem Frauenarzt um einen Urin-und Bluttest machen zu lassen.
 
Die Arzthelferin hatte wohl einen sehr schlechten Tag und war pampig zu den Patienten.
Ich machte das Becherchen mit Urin voll und wartete im Labor, das sie Helferin kommt und das Stäbchen (Schwangerschaftstest) hinein hält.

Nach ein paar Minuten kam sie rein und motzte erstmal irgendetwas vor sich hin. Ich habe mir nur gedacht das man so etwas nicht vor Patienten machen sollte, naja kann ja aber auch mal passieren.
Dann kam noch mein Frauenarzt in das Zimmer und beruhigte die Helferin. Ich dachte ich sei im falschen Film und die sehen nicht das ich hier sitze....

Naja...als mein Arzt dann wieder draußen war, nahm die Helferin das Teststäbchen und hielt es sage und schreibe 1 Sek in den Urin, legte es auf die Seite und lief wieder weg...

...ich war so geladen, ich dachte mir nur das so etwas wohl doch nicht sein kann das man einen Teststreifen nur solch eine kurze Zeit in den Urin hält.

Nach 5 Minuten kam eine andere Arzthelferin und las das Ergebnis ab: Negativ.

Hätte mich ja auch gewundert wenn das positiv angezeigt hätte....

Nun denn, ich bekam ja noch Blut abgenommen, da wird das richtige Ergebnis dann schon rauskommen.

Die Helferin war wohl noch unerfahren und stach mir ganze 2 mal in meinen Arm ohne eine Vene zu treffen.
Ich wollte sie schon fragen ob ich mir selbst meine Vene suchen sollte...

Nachdem es immer noch nicht geklappt hat musste ich in die Praxis nebenan (ein Allgemeinmediziner) um mir dort Blut abnehmen zu lassen.

Ich muss sagen ich bin froh das die Praxis dort eigentlich zu hatte, also waren dort keine Patienten.

Aber hallo? 2 mal gepiekst und nichts gefunden und die Allgemeinmedizinerin sticht einmal und hat sofort eine Vene!

Der Tag war die reinste Katastrophe also hatte ich somit auch schon mal kein gutes Gefühl.

Zuhause angekommen erzählte ich das meiner besten Freundin und einer Bekannten und beide sagten gerade wegen dem Urintest sollte ich nochmal selbst einen machen um Gewissheit zu bekommen ob ich die Famenita an dem Tag noch nehmen sollte oder nicht.

Nach langem hin und her überlegen ging ich in einen Drogeriemarkt und holte mir noch einen Schwangerschaftstest den ich allerdings erst am darauffolgenden Morgen machen wollte.

Ich nahm an diesem Tag noch einmal die Famenita Weichkapsel vaginal ein. Nur zur Sicherheit.

Am nächsten Morgen machte ich den Urintest, lies ihn liegen und machte mich nebenher fertig um zur Arbeit zu gehen.
nach ein paar Minuten habe ich darauf geschaut und es war nur ein Streifen zu erkennen, nagut, dann ist es halt wirklich negativ...

Ich ging zur Arbeit und lenkte mich damit wirklich gut ab.
Als ich zuhause ankam ging ich erst einmal zur Toilette (Frauen und Blasenschwäche und so)
Ich schaute auf den Test der noch da lag und da war auf einmal eine zweite Linie...

Ich war erst einmal geschockt und sagte mir dass das nicht sein kann!

Ich machte ein Foto und schickte es meiner Besten Freundin und meiner Bekannten die mit mir fieberten.
Meine Beste Freundin (Mutter von 5 bezaubernden Söhnen) sagte mir das er positiv ist und sie sich mega freuen würde.
Ich meine, sie kennt sich ja wohl mit Schwangerschaftstests aus ;-)
Auch meine Bekannte sagte das er positiv wäre, allerdings bestünde die Möglichkeit einer Verdunstungslinie (VL)

Da ich ja nicht wusste ab wann die zweite Linie kam (da ich ja auf Arbeit war) habe ich meinem Mann das Bild geschickt und ihn gefragt ob er den Test Heute morgen auch so gesehen hat (er steht 10 Minuten nachdem im aus dem Haus bin auf)
Er sagte er hätte den Test auch so gesehen.

Daraufhin wusste ich nun nicht ob ich mich freuen soll oder nicht.
Ich musste nur ein paar Minuten noch warten bis mich der Frauenarzt wegen dem Blutergebnis anrufen würde.
Als das Telefon dann klingelte teilte er mir leider wieder ein negatives Ergebnis mit.

Ich sag es euch...
Das waren 2 turbulente Tage...

Dieses mal habe ich das Ergebnis aber gefasster aufgenommen als beim ersten mal, da ich sowieso kein gutes Gefühl hatte.

Also dann mal, alle guten Dinge sind 3 :-)

2. Insemination Mai 2016

Da die erste Insemination nicht geklappt hat stand die zweite vor der Türe.
Ich habe am 3, 4, 5, 6  und 7 Zyklustag je 1 Tablette Clomifen genommen (genauso wie bei der ersten Insemination)
Nach dem Ultraschall (US) konnte man leider nur 1 Leitfollikel in der Größe von 20 mm erkennen, was ja eigentlich nichts ausmacht da bei einem normalen Zyklus auch nur 1 Follikel heranreift.

Die zweite Insemination war viel entspannter, da ich ja bereits wusste wie alles abläuft.

Man hofft natürlich "Wenn es das erste mal nicht geklappt hat, dann muss es das zweite mal klappen. Der erste Versuch war nur zur Probe"

Als ich beim Folli-TV (Follikelschau) war, sagte mir die Ärztin das ich 2 Tage später die Insemination machen könnte, leider konnte sie diese nicht durchführen da sie da den ganzen Tag im OP war.

Das war ja eigentlich auch egal, da andere Ärzte es genauso machen, es liegt ja auch nur an meiner Eizelle und an dem Sperma meines Mannes.

An dem Tag der Insemination war ich auch nicht so aufgeregt wie zuvor, man kennt ja bereits alles.

Nachdem mein Mann seine "Arbeit" erledigt hatte gingen wir wieder in das Kaffee vor der Klinik, ich habe gesagt da gehen wir nun jedes mal rein wenn wir eine Behandlung machen müssen-

Die Dame hinter dem Tresen fragte uns ob wir eine Kundenkarte wollen, da könnte man nach dem zehnten Kaffee einen Kuchen plus Kaffee kostenlos bekommen.
Ich sagte noch zu meinem Mann das wir das bestimmt nicht brauchen also haben wir auch keine Kundenkarte genommen.
Mein Mann hat seinen schwarzen Kaffee mit dreiZucker bestellt und ich einen Latte Macchiato mit 2 Zucker.

Nachdem wieder fast eine Stunde vergangen ist gingen wir zur Klinik zurück und wurden nach kurzem warten auch wieder in das Behandlungszimmer gerufen.

Die "Ersatzärztin", welche die Insemination bei uns ausführte kam und stellte sich vor.
Sie war auch sehr nett aber eben nicht so nett wie unsere Ärztin :-)

Das Spermiogramm wurde wieder bewertet und es wurde gesagt das es so war, wie das letzte mal.

Danach zog ich mich wieder aus und setzte mich auf den Stuhl.
Die Ärztin schaute sich nochmal meine Eierstöcke an und maß den Follikel, der nun 22 mm war.
Die Kanüle mit dem aufbereiteten Sperma meines Mannes wurde in meine Gebärmutter geführt und das Sperma langsam raus gelassen.

Auch diese Ärztin sagte mir wieder das ich liegen bleiben sollte und das dann wieder eine Arzthelferin kommen würde und mir das Eisprungauslösende Mittel spritzen würde.

Also war vom Ablauf her alles dasselbe, bis auf die Gedanken und Gefühle.

1. Hibbelzeit

Nach unserer 1. Insemination habe ich mich ein paar Stunden später sehr aufgebläht gefühlt, so als hätte mir jemand Luft in meine Gebärmutter gepumpt.

Am zweiten Tag nach der Insemination musste ich zum ersten mal die Famenita vaginal einnehmen.
Das habe ich abends bzw, nachts gemacht.
Am ersten und zweiten Tag nach Famenita habe ich noch nichts gespürt.

Dann langsam bekam ich alle möglichen Anzeichen die man nur haben kann.
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Meine Brustwarzen waren mega empfindlich
  • Ich war ständig schlecht gelaunt, hatte sogar mal einen Tag einen Tränenausbruch vom feinsten
  • Lust auf bestimmte Speisen
  • Kopfschmerzen
  • Schlechte Haut
Also ich dachte wirklich schon das ich schwanger bin.
In meinem Unterleib hat es auch immer wieder gegluggelt (ich weiß nicht wie ich das anders beschreiben soll)

Die Zeit war wirklich eine sehr anstrengende Zeit.

Ich denke, da es auch unser "1. mal" war, war es umso aufregender.
Man hört ja doch sehr auf seinen Körper, so war es zumindest bei mir.

Ich habe mir auch für die 2. Zyklushälfte den Frauenmanteltee besorgt, der soll ja gut sein um die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen. Geschmeckt hat er mir auch wirklich gut, er schmeckt so nach Kräutertee und das mag ich ja sowieso.
Ich habe meistens immer eine Tasse Morgens und eine Abends mit je 1 TL Zucker getrunken.

An einem Tag war meine Laune so schlecht, das ich mich im Bad eingeschlossen und nur geweint habe.
Mich hat alles aufgeregt, sogar die Tapete hat mich aufgeregt.
Ich kenne das so von mir selbst überhaupt nicht.
Natürlich bin ich eine Frau die sowieso nah am Wasser gebaut ist, aber das ich wegen solchen Kleinigkeiten weine hat mich wirklich sehr erschrocken.

Ich denk mir das kommt von dem Wirkstoff Progesteron das im Famentina enthalten ist.

Aber naja, was tut man nicht alles für seinen Wunsch.

Hier an dieser Stelle muss ich auch nochmal ein ganz großes Lob an meinen Mann sagen (falls er das überhaupt irgendwann mal liest)
DANKE das du mich in dieser Zeit so nimmst wie es halt mal ist.
Wir stehen das gemeinsam durch.

Als endlich der 13 Tag vorbei war konnte ich in der Nacht auf den 14 Tag nicht schlafen.
Mein frauenarzt sagte mal das ich einfach vorbei kommen soll und sie machen dann einen Test.
Ich bin dann auch gleich Morgens dort hin und hab mit dem Morgenurin einen Pipitest machen lassen, gleichzeitig habe ich mir auch noch Blut abnehmen lassen, das es da dann zu 100% sicher war ob ich schwanger bin oder nicht.

Als der Pipitest negativ ausfiel war ich schon ein bisschen enttäuscht, schließlich hofft und bangt man 2 ganze Wochen darauf das alles positiv ist.
Ich habe aber auch noch einige Hoffnung in den Bluttest gelegt.
Das Ergebnis davon konnte ich aber erst Mittags erfahren.
Die Frauenarzthelferinnen sagten das sie mich Mittags anrufen werden.

Die Stunden bis um 15 Uhr vergingen nicht, auch wenn ich auf der Arbeit war...
Endlich um 15.30 Uhr bekam ich einen Anruf.
Ganz gespannt ging ich ans Telefon.

Da war mein Frauenarzt dran und sagte mir "Hallo Frau XY. Ich muss Ihnen leider mitteilen dass das mit der Schwangerschaft nicht geklappt hat. Ihr HCG Wert ist zu niedrig. Ich wünsche Ihnen trotzdem weiterhin viel Glück"

Danach musste ich erst einmal schlucken...
Klar war der Urintest am Morgen negativ, es hätte ja aber auch anders sein können...

Ich musste dann erst einmal meinem Mann eine Whatsapp Nachricht schicken das es leider nicht geklappt hat...
Ich hatte mir schon so viel ausgemalt...
Wie ich es ihm sagen würde das ich schwanger bin usw.
Das alles konnte ich nun vergessen.

Ich war schon froh das ich noch bis Nachts arbeiten musste, sonst hätte ich meinen Kopf kaputt gemacht.

An diesem Abend musste ich dann auch keine Famenita mehr nehmen.

5 oder 6 Tage nach absetzen der Famentia Weichkapseln fing dann auch meine Menstruation an und alles ging von vorne los...